„Guttenberg hat die Menschen wieder für Politik begeistert.“
Nein, hat er nicht. Er hat in erster Linie versucht, Menschen für sich selbst zu begeistern, und das ist ihm auch zweifelsohne gelungen. Er hat einigermaßen geschickt Impulse und Stimmungen innerhalb großer Bevölkerungskreise zur eigenen Imagepflege ausgenutzt. Zum Beispiel:
„Politiker lügen doch sowieso alle und sind korrupt.“
Nein, sind sie nicht. Ich kenne eine Reihe Menschen, die sich (partei)politisch engagieren, und es wäre ungerecht, ihnen das Obengenannte zu unterstellen. Sie sind aber nun einmal Menschen und damit fehlbar. Ja, sie reden gelegentlich sogar Blödsinn (oder zumindest etwas, das ich für Blödsinn halte). Zum Beispiel:
„Diese Entscheidung war alternativlos.“
Nein, war sie nicht. Nicht bei Wegen aus Finanzkrisen, nicht bei Fragen über Krieg und Frieden, nicht bei der Atomkraft. Untermauert werden die vorgeblich alternativlosen Entscheidungen mit fragwürdigen Argumenten. Zum Beispiel:
„Denn die Ereignisse in Japan, sie lehren uns, dass etwas, was nach allen wissenschaftlichen Maßstäben für unmöglich gehalten wurde, doch möglich werden könnte.“
Nein, die Ereignisse in Japan waren nicht Teil von etwas, was nach allen wissenschaftlichen Maßstäben für unmöglich gehalten wurde. Sie waren und sind Teil eines sogenannten Restrisikos. Diejenigen, die vor diesem Risiko gewarnt haben, müssen sich nun Vorhaltungen machen lassen, wenn sie darauf hinweisen, wie lange sie ihre Warnungen schon ausgesprochen haben. Dies geschieht in Form von unanständigen Verboten. Zum Beispiel:
„Es ist angesichts der Opferzahlen in Japan pietätlos, nun hier in Deutschland eine Debatte über Atomkraft zu führen.“
Nein, ist es nicht. Es ist allerdings unverschämt, andere Menschen in moralische Geißelhaft nehmen zu wollen und gleichzeitig das Leid wieder anderer Menschen als Knebel gegen eine berechtigte Sorge einzusetzen. Man kann sich nicht einerseits darüber beklagen, dass es in einer Gesellschaft angeblich allerorten an dem Willen mangelt, sich für ein gesellschaftspolitisches Ziel einzubringen oder Zivilcourage zu zeigen, und andererseits zur gleichen Zeit dagegen protestieren, wenn diese Formen des Engagements sich dann doch einmal sichtbar und hörbar manifestieren. Falsch. Man kann es doch. Zum Beispiel:
„Das Thema Atomkraft ist viel zu wichtig, um es als Wahlkampfthema zu missbrauchen.“
Nein, ist es nicht. Es ist eher viel zu wichtig, um es nicht im Wahlkampf aufzugreifen. Oder einigen wir uns stillschweigend darauf, dass in Wahlkämpfen nur über die unwichtigen Themen gestritten werden darf? Und wenn ja, welche Themen wären das dann? Und wäre dann nicht auch die oft ins Feld geführte Diskussion über verbindliche gesellschaftliche Werte in Wahlkampfzeiten ein Tabu?
„Wir haben doch gar keine Werte mehr.“
Die Leute, die das hier vor mehr als einem halben Jahrhundert aufgeschrieben haben, hatten offensichtlich noch welche. Sogar solche, für die es sich heute umso mehr einzutreten lohnt.
Nein, hat er nicht. Er hat in erster Linie versucht, Menschen für sich selbst zu begeistern, und das ist ihm auch zweifelsohne gelungen. Er hat einigermaßen geschickt Impulse und Stimmungen innerhalb großer Bevölkerungskreise zur eigenen Imagepflege ausgenutzt. Zum Beispiel:
„Politiker lügen doch sowieso alle und sind korrupt.“
Nein, sind sie nicht. Ich kenne eine Reihe Menschen, die sich (partei)politisch engagieren, und es wäre ungerecht, ihnen das Obengenannte zu unterstellen. Sie sind aber nun einmal Menschen und damit fehlbar. Ja, sie reden gelegentlich sogar Blödsinn (oder zumindest etwas, das ich für Blödsinn halte). Zum Beispiel:
„Diese Entscheidung war alternativlos.“
Nein, war sie nicht. Nicht bei Wegen aus Finanzkrisen, nicht bei Fragen über Krieg und Frieden, nicht bei der Atomkraft. Untermauert werden die vorgeblich alternativlosen Entscheidungen mit fragwürdigen Argumenten. Zum Beispiel:
„Denn die Ereignisse in Japan, sie lehren uns, dass etwas, was nach allen wissenschaftlichen Maßstäben für unmöglich gehalten wurde, doch möglich werden könnte.“
Nein, die Ereignisse in Japan waren nicht Teil von etwas, was nach allen wissenschaftlichen Maßstäben für unmöglich gehalten wurde. Sie waren und sind Teil eines sogenannten Restrisikos. Diejenigen, die vor diesem Risiko gewarnt haben, müssen sich nun Vorhaltungen machen lassen, wenn sie darauf hinweisen, wie lange sie ihre Warnungen schon ausgesprochen haben. Dies geschieht in Form von unanständigen Verboten. Zum Beispiel:
„Es ist angesichts der Opferzahlen in Japan pietätlos, nun hier in Deutschland eine Debatte über Atomkraft zu führen.“
Nein, ist es nicht. Es ist allerdings unverschämt, andere Menschen in moralische Geißelhaft nehmen zu wollen und gleichzeitig das Leid wieder anderer Menschen als Knebel gegen eine berechtigte Sorge einzusetzen. Man kann sich nicht einerseits darüber beklagen, dass es in einer Gesellschaft angeblich allerorten an dem Willen mangelt, sich für ein gesellschaftspolitisches Ziel einzubringen oder Zivilcourage zu zeigen, und andererseits zur gleichen Zeit dagegen protestieren, wenn diese Formen des Engagements sich dann doch einmal sichtbar und hörbar manifestieren. Falsch. Man kann es doch. Zum Beispiel:
„Das Thema Atomkraft ist viel zu wichtig, um es als Wahlkampfthema zu missbrauchen.“
Nein, ist es nicht. Es ist eher viel zu wichtig, um es nicht im Wahlkampf aufzugreifen. Oder einigen wir uns stillschweigend darauf, dass in Wahlkämpfen nur über die unwichtigen Themen gestritten werden darf? Und wenn ja, welche Themen wären das dann? Und wäre dann nicht auch die oft ins Feld geführte Diskussion über verbindliche gesellschaftliche Werte in Wahlkampfzeiten ein Tabu?
„Wir haben doch gar keine Werte mehr.“
Die Leute, die das hier vor mehr als einem halben Jahrhundert aufgeschrieben haben, hatten offensichtlich noch welche. Sogar solche, für die es sich heute umso mehr einzutreten lohnt.
