Montag, 15. August 2011

Zwischenmeldungen aus dem Sommerloch IV

Lieber Herr Rösler,

wie fühlt man sich eigentlich, wenn man erst eine Nacht der halblangen Messer durchzieht, um eine Partei zu kapern, anschließend irgendwas davon faselt, dass man sich programmatisch breiter aufstellen müsse, um das Image als Steuersenkungspartei loszuwerden, und kurz darauf laut ausgerechnet nach Steuersenkungen schreit?

Total clever?

Unglaublich abgebrüht?

Oder doch ermattet und klammheimlich von sich selbst enttäuscht?

Und wie ist es denn, wenn man dann zu allem Übel noch feststellen muss, dass diese Spirenzchen – wider Erwarten? – nicht zu rasant anwachsender Zustimmung beim Wahlvieh führen?

1 Kommentar:

Herr M. hat gesagt…

mhh, mir erschien es ja nicht so, dass Hr. Rösler "eine Nacht der halblangen Messer" durchgezogen hat, sondern eher, dass nach dem rapiden Niedergang der FDP einfach ein Opfer fällig war - welches mit dem spätrömisch verblendeten, auch nach FDP-Maßstäben immer mehr unhaltbaren Westerwellchen sofort zur Verfügung stand. Und dann hatten die halt nicht soviel Nachfolgealternativen (wie bei der CSU, wo mittlerweile schon zwei Hinterbänkler Ministerämter bekleiden), das alte Weinfass wäre imagestrategisch unklug gewesen und von den "Jungen" war Rösler eben der Erfahrenste/Geeignetste - der kleine pfiffige braucht noch ein paar Jahre.
Und das Rösler sich inhaltlich von seinem Ziehvater emanzipiert... das wird wohl noch einige Jahre benötigen, die, so meine große Hoffnung, die FDP nicht mehr hat :)