Mittwoch, 9. Februar 2011

Mensch, Niki, mach dich locker ...

Der österreichische Ex-Rennfahrer Niki Lauda zählt zu den unbesungenen Helden meiner Jugend. Umso trauriger stimmt es mich nun, wie sich Lauda über einen beispiellosen Verfall der Sitten in seinem Heimatland echauffieren konnte. In der örtlichen Variante der großen, selbstverständlich als Konkurrenzkampf angelegten Tanzveranstaltung für Prominenz, für deren Bekanntheits- und Relevanzgrad das Alphabet in aller Regel eigentlich nicht genügend Buchstaben vorzuweisen hat, macht ein Paar mit, das – und nun bitte innerlich sammeln – aus 2 (in Worten: zwei) Männern besteht.

Das findet der Niki gar nicht gut. Selbstverständlich hat er nichts gegen Homosexuelle (und wahrscheinlich genauso wenig gegen Neger, Kanaken, Zigeuner, langhaarige Bombenleger, Grünenwähler, berufstätige Frauen sowie ähnliches Geschwärtels), aber das hinderte ihn in ähnlicher Selbstverständlichkeit nicht, die Forderung zu erheben, zwei tanzende Männlein nicht im Fernsehen zu zeigen. Wes Grundes? Nun, der Kinder wegen, denen ein solcher Anblick erspart bleiben muss, um sie zu schützen. Was man ihnen aus viel berechtigteren Gründen ersparen sollte, um ihre bekanntermaßen formbaren Geister vor schwersten psychischen Spätfolgen zu bewahren, wären solche Sendungen ganz generell, doch das nur am Rande.

Mensch, Niki. Ich bin enttäuscht. Zunächst mal zwingt dich doch niemand – nicht einmal Angehörige eines SEKs mit vorgehaltener Waffe –, dir diesen Schmonsens überhaupt anzusehen (das, meine lieben Damen und Herren, wäre mal waschechter Staatsterrorismus). Weiterhin drängt sich mir der Verdacht auf, zwei tanzende Weiblein würden dich nicht so sehr stören, vor allem, wenn sie sich spärlich bekleidet in anregenden Verrenkungen um eine Stange winden.

Grundsätzliche Empfehlung: Einfach mal ein paar Runden in einem der hauseigenen Jets drehen, denn von oben sieht die Welt gleich ganz anders aus und es fällt einem unter Umständen auf, dass die westliche Gesellschaft dringlichere Probleme zu bewältigen hat, als zwei tanzwütige Ösi-Schwuppen davon abzuhalten, sich öffentlicher Lächerlichkeit preiszugeben.

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