Mittwoch, 28. April 2010

Der Zombies zweiter Streich...

.. schwärt in mir vor sich hin.

Alle Freunde der unkonventionellen Seherin Bille dürfen sich freuen, weil die Gute diesmal ihren eigenen Erzählstrang bekommt.

Aber keine Sorge, wir lassen Lily schon nicht im Stich (auch wenn ich keine Garantien dafür abgebe, dass ihre Suche nach einem Heilmittel für ihren untoten Zustand von Erfolg gekrönt sein wird).

Und ich gebe mir die größte Mühe, in diesem Band ausnahmsweise keine Tiere zu misshandeln ...

Montag, 26. April 2010

Spaß mit Stuhl

Wie viel Vergnügen einem doch die eigene Muttersprache bereiten kann, wenn man kindlichen Impulsen freien Lauf lässt. So geschehen bei meiner Fee und mir, als uns gewahr wurde, dass man das schöne Wörtchen Stahl durch das Austauschen seines Vokals in das doppeldeutige Stuhl verwandeln kann. Damit war Folgendem selbstverständlich Tür und Tor geöffnet:

- Der Stuhlerne (Kal-Els weicherer Bruder).
- Stuhlbeton (haltbar, billig und selbst vom Laien nach ausgedehntem Schokoladengenuss selbst herzustellen).
- Stuhlträger (eine neue Beschäftigungsmöglichkeit auf dem Niedrigstlohnsektor).
- Edelstuhl (was bei Verteidigungsminister Gutze oder der Queen oder anderen Blaublütern angeblich hinten rauskommt).
- Pensacola – Flügel aus Stuhl (US-Fernsehserie über ein hochgeheimes, aber kurzlebiges Bomberprojekt).
- Hart wie Kruppstuhl (wie die meisten deutschen Männer).
- Nerven aus Stuhl (braucht man bisweilen, um diesen Blog zu ertragen).

Freitag, 23. April 2010

Von Tieren, Menschen und blinden Mordopfern

Mir wird angesichts meines Geschreibsels ja gelegentlich vorgeworfen, ich würde die Grenzen des guten Geschmacks missachten. Ein interessantes Nebenphänomen in diesem Zusammenhang trat bei der Leserunde zu Die Zombies auf Piper Fantasy in Erscheinung: Ich zeigte mich ein wenig überrascht, dass sich so viele Leser von der Gewalt, die im Roman an zwei Stellen Tieren angetan wird, wesentlich abgestoßener zeigten als von der vergleichsweise durchweg stattfindenden Gewalt gegen Menschen (oder Kreaturen, die zumindest einmal Menschen gewesen sind).

Dabei muss ich feststellen, dass ich mit meinen Figuren noch regelrecht human umspringe, wenn ich mir anschaue, was eine nicht ganz unerfolgreiche Thrillerautorin (nämlich Karin Slaughter) mit ihren Opfern anstellt. In ihrem Erstling wird eine blinde, lesbische Frau auf dem Klo (genauer beim Toilettengang) attackiert. Der Täter schneidet ihr ein Kreuz in den Unterleib und schändet sie erst in die beigefügte Wunde und anschließend in die Vagina. Darauf kommt die ermittelnde Pathologin im Nachgang des Verbrechens, weil sie bei der Obduktion Darminhalt nicht nur im Bauchraum des Opfers, sondern eben auch in der Scheide findet.

Da soll noch mal jemand ernsthaft behaupten, ich würde es in meinen Romanen mit den Ekligkeiten übertreiben ...

Mittwoch, 21. April 2010

Das Aschemonster und Konsorten

Auch wenn wir selbst Betroffene der beispiellosen Naturkatastrophe sind, die sich die Isländer ausgedacht haben, um von ihrem Staatsbankrott abzulenken (denn wir wissen noch nicht, ob wie geplant Besuch aus Milano bei uns aufschlägt oder nicht), ist das noch lange kein Grund, sich nicht über die Hysterie allerorten auszulassen. Ohne dabei jemandem auf die Füße treten zu wollen, der momentan weiß der Geier wo festhängt...

Es ist ja auch ein Unding. Da hat uns die Bestie Winter eben erst aus ihrem eisigen Griff entlassen und der zarte Knabe Frühling beginnt sich zu entblättern, da taucht unversehens dieses verflixte, von der BILD als solches getaufte Aschemonster auf und droht damit, Flugzeuge zum Absturz zu bringen (entfernt fühlt man sich da doch glatt an Lost erinnert).

Nichtsdestoweniger schlage ich für die kommenden Monate zunächst folgende Formulierungen vor, um an sich nur bedingt lebensgefährdenden Gegebenheiten den richtigen, apokalyptischen Pfiff zu geben:

- Horrorhitze (wahlweise auch Horrorherbst)
- Entscheidungsschlacht um NRW
- Nacktes Grauen Strandurlaub
- Todesclub Med
- Textilmassaker Sommerschlussverkauf
- WM des Wahnsinns
- Last-Minute-Flucht ins Ungewisse (wie damals übers Haff quasi)
- Rätselhaftes Blättersterben
- Und zum Jahresausklang: Flammendes Inferno Weihnachtsdeko ...

Donnerstag, 15. April 2010

So muss ein Künstler-Symposium aussehen ...

... dann klappt’s auch mit dem Nachbarn. Dass Marko Djurdjevic keine halben Sachen macht, dürfte all denen, die ihm je begegnet sind, hinlänglich bekannt sein. Was er und seine um die ganze Welt verstreuten Konsorten nun schon wieder ausgeheckt haben, lässt sich hier erahnen.

Beeindruckend ...

(P.S. Es sind wohl auch noch Plätze frei, also flink anmelden!)

Mittwoch, 14. April 2010

Ja, ja, ich lebe noch!

Stecke aber schon wieder bis über beide Ohren in der Schreiberei (darf mich dabei jedoch mit so interessanten Themen wie Fruchtbarkeitskulten, Katakomben, Tschechisch und französischen Verwaltungsstrukturen beschäftigen).

Daher an dieser Stelle nur ein paar Anmerkungen im hingehuddelten Brainstorming-Stil:

- „Die Zombies“ wird nun auch von den Rezensenten erstaunlich positiv aufgenommen. Beweise finden sich unter anderem hier, hier, hier und hier. Die bisherige Ausbeute der sehr vergnüglichen Leserunde auf Piper Fantasy darf man hier bestaunen. Besonders gefreut habe ich mich über eine Rezi nebst Interview, die in der Rheinpfalz – und damit in der wichtigsten Tageszeitung meiner alten Heimat – erschienen ist. Das löst gleich gehöriges Heimweh aus, aber daran lässt sich nichts ändern, da ich momentan wie gesagt am Schreibtisch festgekettet bin.

(Moops-Zusatz: Insbesondere muss natürlich auch auf die Zombies-Rezension von Andrea Bottlinger hingewiesen werden, denn sie war nicht nur eine der ersten, sondern hat ja nach Aufforderung auch auf unsere Messe-Retrospektive verwiesen. *kicher*)

- Das Remake von Kampf der Titanen ist tatsächlich ein wenig wie God of War als Kinofilm, wenn auch mit einem Rachefeldzug, der diesen Namen nur bedingt verdient hat, und meines Erachtens zudem einer der Belege für die These, dass es einem Film eher schadet, wenn gleich drei Leute am Drehbuch beteiligt sind.

- Sehr viel mehr Freude bereitet mir derzeit die erste Staffel von Sons of Anarchy. Der Blurp auf der Packung – „Easy Rider meets The Sopranos“ – ist ausnahmsweise mal voll zutreffend. Wer Ron Perlman ausnahmsweise nicht als missgestaltet und Katey Sagal als fieseste Reinkarnation ihrer Paraderolle Peggy Bundy erleben möchte, ist hiermit gut bedient. Man sollte sich allerdings auf Kastrationsszenen, Frühgeburten, Leichenraub und Äxte in Köpfen einstellen.

- Worauf ich mich persönlich ganz und gar nicht einstellen will, sind Kommentare im Spiegel, die mit der Aufforderung enden, in Deutschland würde es „höchste Zeit zum freien Umgang mit Krieg und Tod.“ Äh, jemand zuhause, McFly?