Freitag, 6. August 2010

Gedankenfetzen

Ich stecke zwar derzeit bis über beide Ohren in Arbeit (und ja, das ist Klagen auf hohem Niveau, und ja, daran merkt man mir meine kulturelle Prägung innerhalb der Landesgrenzen der BR Deutschland an), möchte aber dennoch kurz ein paar Gedanken loswerden:

- Ich habe gerade mehr oder minder direkt hintereinander Shutter Island und Inception gesehen. Eine sehr verwirrende Erfahrung, da Leonardo DiCaprio (sonderbare Schreibweise, aber das nur am Rande) in beiden Filmen einen Mann mit schwerem Hau verkörpert, dem seine tote Ehefrau keine Ruhe lässt. Vorläufiges Urteil: Inception ist schön anzusehen, wenn man auch kein Fight Club-artiges Erlebnis erwarten sollte (wie es eine Freundin, der wir zufällig vor dem Kino begegnet sind, so treffend ausgedrückt hat), wohingegen Shutter Island ein richtig fieser Mindbender ist, der es schafft, Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gezeigten bis quasi unmittelbar vor Schluss aufrechtzuerhalten.

- Musste neulich feststellen, dass es Menschen gibt, die davon ausgehen, dass unterschwellige Unterdrückungsmechanismen innerhalb unserer Gesellschaft keine Gefahr darstellen, weil sie ja angeblich so leicht zu erkennen sind. Äh ... ja ... hm ...

- Anfang der Woche hatte ich das schöne Erlebnis, Die Zombies auf SPON erwähnt zu sehen, um genau zu sein hier. Positiver Nebeneffekt: Ein verschollener Mitschüler, der mit mir durch die Vorhölle namens Max-Planck-Gymnasium gegangen ist, hat sich daraufhin nach rund 15 Jahren bei mir gemeldet. Es lebe das Internet!

- Barack Obama sieht nicht aus wie 49. Beneidenswert (ganz abgesehen davon, dass auch der semi-offizielle Titel „mächtigster Mann der Welt“ eine gewisse sexuelle Anziehungskraft mit sich bringt).

- Ich durfte Zeuge werden, wie mein dreijähriger Neffe zum ersten Mal in seinem Leben das Meer erblickt. Sein Kommentar: „Oh ... großes Wasser.“ Kindermund tut Wahrheit kund. Befremdlich ist allerdings, dass er die ansonsten familiär bedingte Scheu vor lebenden Gewässern nicht teilt und munter in die Ostsee spazierte.

- Die bezaubernde Andrea Bottlinger stattete uns einen Besuch in heimischen Gefilden ab und erduldete in bewundernswerter Disziplin mein Gefasel über Fantasy, Schreiben und die Welt an sich. Chapeau, Mademoiselle!

- Habe nach acht Jahren Hamburg zum ersten Mal das "Tiergefängnis" (so der Moops sagt) Hagenbeck besucht. Die zwei wichtigsten Beobachtungen hinsichtlich der Fauna: Elefantendamen schnupfen das ihnen dargereichte Futter gern, solang es klein genug dafür ist, und Ziegen fressen offenbar lieber die Pappschachtel um das Futter als den Inhalt besagter Schachtel. Die schockierendste Beobachtung hinsichtlich der Besucher: Zehnjähriger Junge, der seine Oma fragt, ob die Kühe Durchfall haben, weil er in seinem Leben anscheinend noch keinen schön saftigen Fladen gesehen hat. O du arme Stadtjugend!

Und jetzt zurück ans Werk mit mir ...

Kommentare:

Andrea hat gesagt…

Es ist mir immer wieder eine Freude, dein Gefasel zu erdulden ;-) Ich danke für die Gastfreundschaft und den schönen Abend... und Morgen und sowieso.

Anonym hat gesagt…

Mir hat vor ein paar Tagen jemand eine Stunde lang zu erklären versucht, weshalb Shutter Island "Trash" sei. Hab's nicht verstanden. Inception konnte ich noch nicht sehen, da die auserwählte Dame von Welt sich diebezüglich einem anderen versprochen hatte. Hachja.

Und überhaupt: "Komm in den Süden," haben sie gesagt. "Da ist es warm und wohlhabend," haben sie gesagt. Und jetzt regnet's die ganze Zeit...

Gruß,
A