Freitag, 21. Mai 2010

Untoter Freitag: Geburtstagsgedanken

Anlässlich des Jahrestags meiner Fleischwerdung kontrollierte ich selbstverliebt unlängst die Wikipedia-Einträge zum 20. Mai. Grund: Ich wollte erfahren, wer denn noch so alles an diesem Tag das Licht der Welt erblickte und wie ich zu den betreffenden Personen stehe. Ein gar spaßiger Zeitvertreib für ganz, ganz wenig Geld.

- Pietro Bembo (*1570). Italienischer Humanist und Kardinal. Finde mich insofern in ihm wieder, dass ich auch gern mal einen Sprachenstreit entscheiden würde. Wie anders sähe die Welt aus, wenn mein heimatlicher Dialekt – das klangschöne Pälzisch – doch überall gesprochen würde...

- Andreas Schlüter (*1659). Preußischer Architekt und Bildhauer. Der „Designer“ des Bernsteinzimmers (in gepflegtem Zustand, nur in gute Hände abzugeben, Interessenten bitte melden). Berührungspunkte mit mir: Hang zu großangelegten Projekten (zum Beispiel ein Hundertmeterturm mit Glockenspiel), die leider auf Sand gebaut sind ...

- Honoré de Balzac (*1799). Berührungspunkte: Ich trinke auch liebend gern Kaffee (zwar noch nicht ganz kannenweise, aber ich arbeite daran).

- John Stuart Mill (*1806). Vorzeigeliberaler, der den schönen Begriff der Dystopie prägte.

- James Stewart (*1908). Die Voyeur-Rolle in Das Fenster zum Hof hätte ich auch lustvoll übernommen.

- Mosche Dajan (*1915). Augenklappen stehen mir leider nicht.

- Wolfgang Borchert (*1921). Viel zu jung gestorben, daher bedauerlicherweise viel zu wenig Werk.

- Franz Steinkühler (*1937). Dieser Gewerkschaftsführer ist wahrscheinlich mitverantwortlich, dass ich so oft etwas über Metaler auf den Straßen zu lesen glaube, bis ich feststelle, dass es sich um Metaller handelt, und ich die Kutte wieder in den Schrank lege.

- Al Bano (*1943). In einer früheren, unschuldigeren Lebensphase (als in Deutschland gerade ein heftiges Italoschlagerfieber grassierte) dachte ich, er hieße Albano Power – übrigens guter Pornodarstellername, das – weil er mit seiner Frau Romina Power durch die Lande zog und Quasselstrippe Dieter Thomas Heck die beiden so schnell ansagte, dass Vor- und Nachnamen in meinem kindlichen Ohr verschmolzen. Berührungspunkte: Hang zu Schnulzen.

- Joe Cocker (*1944). Ich singe auch ab und zu, wenn ich betrunken bin. Nur nicht so gut. Dafür kann ich minimal besser tanzen...

- Cher (*1946). Plane fest ein, mir demnächst auch Teile der störenden Hüftknochen und zwei, drei Rippchen operativ entfernen zu lassen, damit ich besser ins Korsett passe.

- Sky du Mont (*1947). Berührungspunkte: Lebe ebenfalls mit einer wesentlich jüngeren Frau zusammen, würde vermutlich allerdings nie Wahlwerbung für die FDP machen.

- Gerd Rubenbauer (*1948). Berührungspunkte: Fußball, was sonst? (Bin inzwischen ziemlich gut darin geworden Bela Rethy bei Live-Übertragungen zu channeln – Sie wissen schon: „Eine Viertelstunde ist gespielt – Zeit für ein erstes Fazit“ und so).

- Roger Milla (*1952). Berührungspunkte: siehe Gerd Rubenbauer.

- Christiane F. (*1962). Ob ich mir jetzt Gedanken machen sollte?

- Timothy Olyphant (*1968). Bin ebenfalls Westernfreund und würde einen Auftritt als Hitman auch nicht ausschlagen.

- Louis Theroux (*1970). Wer noch nichts von seinen Weird Weekends gesehen hat, hat definitiv was verpasst. Berührungspunkte: Interesse an Subkulturen.

- Busta Rhymes (*1972). Wahnsinn in Noten – auch ein sympathischer Geburtstagsvetter.

- Kaya Yanar (*1973). Berührungspunkte: Migrationshintergrund (das Leben als Pfälzer in Hamburg ist nicht leicht).

Komme zu dem befriedigenden Schluss, dass ich mich in überwiegend guter Gesellschaft befinde.

Kommentare:

Ursula hat gesagt…

Ein nachträgliches, aber umso heftigeres "Happy Birthday"!
Besonders um Jimmy Stewart beneide ich dich ...

Feenfeuer [Fantasy Blog] hat gesagt…

Oh, denn mal alles Gute nachträglich!