Montag, 31. Mai 2010

Ein Glied für Oslo

Richtig gelesen. Beziehungsweise habe ich gerade versucht, das hinlänglich bekannte akustische Phänomen nachzubilden, wie einen das eigene Unbewusste ab und zu dazu bringt, in einen unschuldigen Text eine Sauerei hineinzuhören. Mir neulich so geschehen bei „Ein kleines Lied vom Frieden“ von Katja Ebstein. Immerhin ein Verhörer mit Zotenpotenzial.

Abgeleitete Varianten sind:

Das Volksglied. (Demnächst bei der BILD, Lild, Penny oder sonstwem, der sich nicht zu schade ist, nationale Urinstinkte zu bedienen, sehr günstig zu erwerben.)
Das Kirchenglied. (In jüngster Zeit nicht gänzlich zu unrecht etwas in Verruf geraten, hat dafür aber eine verdammt lange Tradition.)
Das Kinderglied. (Durch das Kirchenglied in ständiger Gefahr.)
Das Protestglied. (Hocherhoben und vermutlich extrem stark durchblutet.)
Das Kunstglied. (Für den Fall der Fälle in vielen Nachttischschubladen zuhause.)
Das Arbeiterglied. (Etwas abgenudelt und mittlerweile oft zu kurz geraten, aber nichtsdestoweniger ein Klassiker.)
Das Tageglied. (Schwer romantisch und wird nur der Angebeteten gezeigt.)
Das Morgenglied. (Kennt jeder ... Mann.)
Das Bundeswehr- oder Soldatenglied. (Darf gern unter seinesgleichen bleiben.)

Einsendungen interessierter Leser:

Jesco:
"Ein Glied kann eine Brücke sein"
"Glieder, die die Welt nicht braucht"
"Ein Glied geht um die Welt" und
"Liebesglied"

Volker:
"Du brauchst ein Glied (das dich begleitet)"
"Und wenn ein Glied (meine Lippen verlässt)"

Kommentare:

Jesco hat gesagt…

Jetzt hast du so tolle Sachen wie "Ein Glied kann eine Brücke sein", "Glieder, die die Welt nicht braucht", "Ein Glied geht um die Welt" und das allseits bekannte "Liebesglied" nicht aufgenommen...

Volker hat gesagt…

Oder auch das weniger bekannte Gliedgut von Rolf Zuckowski: "Du brauchst ein Glied (das dich begleitet)" oder das sehr anrüchige von Xavier Naidoo "Und wenn ein Glied (meine Lippen verlässt)".

Ole hat gesagt…

Ich merk schon, da lesen ja echte Dichter den Blogschke ;-)

@Volker: Der Herr Naidoo wird von Thomas schon seit jahren verhohnepiepelt, warum er es jetzt nicht in diesen Blogschke-Eintrag geschafft hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben ;-)

Beste Grüße, Ole

Anonym hat gesagt…

Im klassischen Schlager der zwanziger Jahre »Du hast Glück bei den Fraun, Bel Ami« stehen in der 1. Strophe die unsterblichen Zeilen:

»Ein kleines Gliedchen geht von Mund zu Mund/es ist beliebt, und das hat seinen Grund.«
Lars S.

Anonym hat gesagt…

Wir sind so einfach gestrickt...aber es macht Spaß :)

Und um ganz weit abrutschen:
Das beliebte "Glied der Schlümpfe"

Anonym hat gesagt…

Es sei nur noch einmal kurz an "Böse Menschen haben keine Glieder" erinnert. Oder ist das wieder zu sexistisch für's Vorabendprogramm?

Cheers,
A.