Dienstag, 16. März 2010

Was ist mit Mamma Mirácoli passiert?

Bei aller Euphorie darüber, dass Die Zombies allem Anschein nach sehr gut angenommen wird, ertränke ich mich übrigens nicht in Schampus. Noch gibt es zu viele Dinge, auf die hingewiesen werden muss.

Zum Beispiel hierauf.

Gut, die neue Mutti ist im Grunde nicht neu, sondern schon ein paar Jahre im Geschäft. Aber was ist eigentlich mit der alten Mamma Mirácoli passiert? Ich vermeine mich zu erinnern, dass zu meinen Kinder- und Jugendzeiten (das war noch vor der Währung) Mamma Mirácoli ganz gemütlich aussah. Passt ja auch zu Pasta.
Und heute? Wer da den kleinen Federico von der Straße ruft, ist doch wohl eher MILF Mirácoli als Mamma Mirácoli. Ich zeige mich verwundert.

Worüber ich mich gleichermaßen verwundert zeige, ist das hier. Könnte neben Spuren von Soja und Haselnuss vielleicht auch einen klitzekleinen Hauch Rassismus enthalten.

Da muss eigentlich ein Produkt-Redesign her. Sarotti hat’s doch auch hingekriegt, wenngleich man dort natürlich auf halber Strecke versagte, weil man anscheinend nicht ganz auf den hinlänglich bekannten Mohr verzichten konnte. Dem hat man nämlich nur das Tablett geraubt (um die Diener/Sklaven-Assoziation loszuwerden) und ihm den selten dämlichen Titel „Magier der Sinne“ verliehen (worauf mich unlängst ein in dieser Hinsicht hochsensibler Freund hinwies). „Magier der Sinne“ spricht einen als Fantasyfan initial zwar durchaus an, verleitet aber andererseits zu Sätzen wie „Schön, dass jetzt zum ersten Mal ein Magier der Sinne US-Präsident geworden ist“. Wenn man schon ganz dringend ganz und gar pc sein will, dann bitte mit etwas mehr Kreativität und/oder Entschlossenheit. Und um noch mal den Bogen zu Federico und MILF Mirácoli zu kriegen: Man könnte vielleicht einwenden, die alte Mamma wäre auch ein fieses Klischee gewesen, aber in der neuen Werbung ist man ja auch nicht sanft mit dem Italiener an und für sich umgesprungen. Immerhin verhält sich Federico so, wie man das vom typischen Italiener kennt: Treibt sich auf der Straße rum, baggert Mädels an und spielt Fußball – einer späteren Karriere als Pizzabäcker steht also nichts im Weg.

Kommentare:

Herr M. hat gesagt…

Aufgrund der vielen Kohlensäure bezweifle ich auch, dass man sich überhaupt in Champagner ertränken kann.
Und das mit dem Nudossi versteh ich nicht :( Was ist daran rassistisch?

Stephan hat gesagt…

Ungewollte Assoziationen zu den vielzitierten FKK-Leidenschaften unserer ostdeutschen Mitbürger?

tomorgel hat gesagt…

Das mit Nudossi ist vielleicht zu verstehen, wenn Thomas sich auf den Teil "ossi" bezieht und ihn als Ausdruck für einen Bundesbürger in den östlichen Bundesländern bezieht.

Aber als geborener Ossi kann ich bestätigen: Nudossi gab es schon, als es den Ausdruck Ossi noch nicht gab. Es hat nichts mit nackten ossis zu tun, sondern mit der Firma Vadossi, dem Hersteller schon zu DDR-Zeiten (diese Nusspampe ist älter als so manche West-Version und hat mir manche Geburtstagstorte versüßt).

Die Ausdrücke "Ossi" und "Wessi" haben übrigens unsere ostdeutschen Provinzler geprägt, insofern wäre nur Nudwessi rassistisch. Man kann ja nicht rassistisch zu sich selbst sein.

In diesem Sinne: nimm den Ossis nicht ihre Nudossi. Das könnte dir als Wessi wirklich übel genommen werden. Sie sind da eigen. ;)