Freitag, 19. März 2010

Untoter Freitag: Wasting Away

Damit niemand behauptet, ich würde hier nur Großproduktionen berücksichtigen, spreche ich hiermit eine uneingeschränkte Empfehlung für Matthew Kohnens Wasting Away aus (auf Deutsch übrigens mit dem bedingt originellen Untertitel „Zombies sind auch nur Menschen“ versehen).

Wasting Away ist ein kleiner, feiner Film von 2007, der sich eines netten Kniffs bedient: Vier mehr oder minder tumbe junge Leutchen aus den USA werden über verseuchtes Softeis mit einem Zombievirus infiziert – und merken schlichtweg nicht, dass sie auf Nichtinfizierte fortan ein bisschen abstoßend wirken. Im Gegenteil: Sie halten sich für die Gesunden und die Gesunden für die Kranken. Verwirrend? Nicht die Bohne, weil geschickt zwischen Schwarzweiß und Farbe gewechselt wird, je nachdem, aus welcher Perspektive wir das Geschilderte gerade wahrnehmen sollen.

Ein Beispiel für die klamaukigen Aspekte, die sich durch diese Setzung hübsch in Szene setzen lassen: Für die vier Zombies sieht es so aus, als würden sich die Gesunden irrwitzig schnell bewegen und sprechen (die Stimmen der Gesunden klingen wie Mickey Mouse auf Helium im schnellen Vorlauf). Umgekehrt kommen die Gespräche, die die Zombies untereinander führen, bei den Gesunden nur als das bekannte Ächzen, Stöhnen und Grunzen an.

Alles in allem ein sehenswerter Vertreter des anscheinend nicht tot zu kriegenden Subgenres der Zombiekomödie. Wer Fido und Shawn of the Dead mochte, kommt bei Wasting Away jedenfalls voll auf seine Kosten – äußerst spaßige Verstümmelungen inklusive!

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