Montag, 11. Januar 2010

Potpourri

An dieser Stelle mal wieder ein wenig Vermischtes von meiner Seite.

Zunächst eine emanzipatorische Forderung: Wenn die Beachvolleyballerinnen laut geltender Statuten nur Bikinihöschen tragen dürfen, die an der Seite höchstens fünf Zentimeter breit sind, wäre es doch nur gerecht, wenn diese Regelung auch auf die Herren ausgeweitet wird, oder? Schlimm genug, dass die kamerunische Fußballnationalmannschaft der Herren vor einigen Jahren nicht im schicken, körperbetonten Einteiler auflaufen durften. Ich stelle diese Forderung übrigens nicht (nur) aus Eigennutz. Vielmehr möchte ich zu bedenken geben, dass viele Frauen äußerst gern Übertragungen von Biathlonläufen mit männlicher Beteiligung verfolgen, was gewiss nicht ausschließlich am Bumm-Bumm-Schießgewehr liegt, wie mir einige Damen sehr, sehr glaubhaft versichert haben.

Des Weiteren freue ich mich über die laufende Debatte bezüglich des Einsatzes modernerer Technologie zur Abwendung der Terrorgefahr bei Flügen, da sich hier einmal mehr die opiatähnliche Wirkung des korrekten Sprachgebrauchs auf das Wahlvolk beobachten lässt. Sobald man einen Nacktscanner nämlich in einen Körperscanner verwandelt, hat man flugs in den Umfragen eine Mehrheit, die nichts dagegen hat, durchleuchtet zu werden. Noch wesentlich mehr freue ich mich zugegebenermaßen auf den Tag, an dem die ersten, tiefe Einblicke gewährenden Aufnahmen von extrem wohlgeformten Damen und Herren durchs Netz geistern und alle schreien: „Damit konnte nun doch wirklich niemand rechnen!“. Alldieweil schlage ich vor, aus dem Nacktbadestrand einen Körperbadestrand, aus der Nacktschnecke eine Körperschnecke und aus Nacktfotos Körperfotos zu machen. Klingt alles viel angenehmer.

Und jetzt zur Lärche, sprich etwas völlig anderem: In der Welt wurde vor einigen Tagen der Versuch unternommen, Kreaturen aus dem Horrorgenre politischen Gesinnungen zuzuordnen. Ich darf kurz zusammenfassen: Der Vampir wählt Angela Merkel, betet für unsere Soldaten in Afghanistan und versteht Kernkraftwerke als unverzichtbare Brückentechnologie (und ist also – Vorsicht, den kann ich mir nicht verkneifen – schwarz wie die Nacht, was seine politischen Überzeugungen anbelangt). Der Werwolf fährt ein Elektroauto, hinterlässt nur einen minimalen CO2-Fußabdruck und erklärt anderen Leuten gerne, warum Fleischessen total schädlich für die Umwelt ist, bevor er sie ausweidet und verschlingt (und ist damit dem Lager der Grünen zuzurechnen). Der Zombie arbeitet in einer Fabrik am Fließband, kauft clever Kleidung bei Kik und hat in den Siebzigern in Deutschland die Gesamtschule eingeführt (und wird dadurch eher links der Mitte verortet). Tja, so einfach ist das also ...

Was wiederum heißt, dass ich in „Die Zombies“ eine ganze Menge falsch gemacht haben muss, weil meine Untoten sich nicht in dieses Schema hineinquetschen lassen wollen. Doch das ist womöglich auch ganz gut so.

Kommentare:

Stephan Orgel hat gesagt…

Nee, stimmt doch alles. Die Zombies haben sich nun mal inzwischen in mehrere Fraktionen aufgeteilt: Die hirnlosen sind jetzt bei der Linken und etliche von den Intelligenten wollen plötzlich Blutsauger sein.

Fehlt nur noch die FDP... Sind der neueste Trend nicht Engel?
Naja, vielleicht funktioniert die Zuordnung doch nicht so ganz.

Thomas Plischke hat gesagt…

Außerdem ist ungeklärt, was mit den anderen kleinen Parteien ist. Vielleicht verhält es sich so?
Die Violetten = Feen
Die Grauen = Mumien
Die Piraten = äh ... Zombiepiraten?
NPD = Dämonen

Da muss noch deutlich Hirnschmalz investiert werden ...