Dienstag, 26. Mai 2009

Kalte Krieger kommt im Dezember

Moops-Update:

Gerade heute sind bei uns die Kataloge von Piper eingetroffen und dazu passend findet man jetzt auch bei Piper die Ankündigung für Kalte Krieger. Stolz wie Oskar gibt es hier natürlich auch noch einmal den Klappentext und das Cover:

In Portland verschwindet eine junge Frau spurlos, Menschen erfrieren im Hochsommer – als die Psychologiestudentin Amy Marsden dort ihr Pflichtpraktikum absolvieren will, gerät sie in eine Verschwörung von unüberschaubarem Ausmaß. Gemeinsam mit dem Psychologen Michael Beaumont findet sie heraus, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügt. Denn es gibt sie wirklich: Menschen mit Superkräften! Und sie leben mitten unter uns. Amy muss sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Guten oder der Bösen stehen will.

Der fesselnde neue Thriller von Thomas Plischke.










Sowohl thematisch als auch vom Schreibstil und Aufbau her gehen wir damit deutlich andere Wege als bei "Die Zerrissenen Reiche", nichtsdestotrotz gibt es natürlich eine ordentliche Portion Plischke mit einer Christiansen-Beilage. Wir hoffen, es gefällt...

Und auf besonderen Wunsch einer gewissen Dame muss Inspector Bearson von Hugh Jackman gespielt werden ;-)

Moops Over and Out

Montag, 25. Mai 2009

28.05.09 Fragetag auf Piper-Fantasy

Moops-Update:

Aktuell sind wir mal wieder schwer beschäftigt, wie ein Wilder schreibt Thomas an "Lilie" und ich schlage mich mit allerlei Übersetzungen herum. Aber seine Fans hat er natürlich nicht vergessen, also könnt ihr ab heute, dem 25.05.09, auf Piper-Fantasy Eure Fragen an ihn loswerden, die dann am 28.05. beantwortet werden.

Hier geht es zum entsprechenden Live-Eintrag.

Wer es ganz eilig hat, kann natürlich auch gleich ins Piper-Fantasy-Blog wechseln.

Also fleißig Fragen stellen. Viel Spaß dabei!

Moops Over and Out

Sonntag, 24. Mai 2009

NordCon 2009

Moops-Update:

Der NordCon, Deutschlands wohl größte fan-organisierte Convention zum Thema Rollenspiel und Fantasy, öffnet in der neuen Location vom 05.06. bis 07.06. in Hamburg seine Tore.

Thomas und ich sind natürlich auch wieder dabei. Diesmal mit den beiden folgenden Programmpunkten:

---

Von der Idee zum Text, vom Text zum Buch
Beginn: Samstag, 06. Juni 2009 12:30
Ende: Samstag, 06. Juni 2009 14:00
Organisator: Thomas Plischke, Ole Johan Christiansen
Zielgruppe: Literatur- und Schreibinteressierte, Fantasyfans
Ort: Musiksaal

Viele Menschen haben den Wunsch, ein Buch zu schreiben. Doch wie fängt man das eigentlich an? Und noch viel wichtiger: Wie kommt ein Text dann überhaupt zur Veröffentlichung?

Dieser Workshop zeichnet den Weg einer Idee über die Erstellung des Textes bis zum Verlag nach. Die beiden Autoren Thomas Plischke und Ole Johan Christiansen klären Interessierte über Fallstricke und Probleme auf und sprechen über den Umgang mit Verlagen und Agenten.

---

Die Zerrissenen Reiche - Lesung
Beginn: Samstag, 06. Juni 2009 20:00
Ende: Samstag, 06. Juni 2009 21:30
Organisator: Ole Johan Christiansen, Thomas Plischke
Zielgruppe: Fantasyfans, Literaturinteressierte, Zwergenfreunde
Ort: Zwergenzwinger

Pistolen statt Äxte, Eisenbahnen statt Pferde, Kapitalismus statt Sippenstruktur. Die allermeisten Fantasy-Romane sind in einer Art Mittelalter angesiedelt, aber muß das so sein? Was geschieht, wenn man sich mal bei einer ganz anderen Epoche bedient? "Die Zerrissenen Reiche", beantwortet diese Frage mit einer spannenden Mischung aus Thriller, Fantasy und Abenteuerroman.

"Die Zerrissenen Reiche", bietet eine spannende Mischung aus Thriller, Fantasy und Abenteuerroman. Eine mysteriöse Mordserie an namhaften Zwergen erschüttert die Industriestadt Amboss. Kann der Sucher Garep Schmied den Vorgängen auf den Grund gehen oder wird auch er ein Opfer jener schattenhaften Verschwörung, die den Zwergenbund in den Untergang führen könnte? Zur gleichen Zeit sucht einen Kontinent entfernt ein menschlicher Bestienjäger aus den Zerrissenen Reichen nach seiner verschwundenen Schwester - eine Reise, die ihn schließlich in die Heimat der Zwerge führen wird.

Es wird aus den beiden bisher erschienen Romanen "Die Zwerge von Amboss" und "Die Ordenskrieger von Goldberg" gelesen - als Goodie gibt es einen Ausblick auf den im Winter erscheinenden Thriller "Kalte Krieger".

---

Der erstgenannte Punkt ist dabei eher dem Zufall geschuldet: Im letzten Jahr sind Thomas und ich für die überraschend krank gewordene Natalja Schmidt von Schmidt und Abrahams eingesprungen, die eigentlich ein vergleichbares Seminar halten sollte. Obwohl wir uns nur etwa 5 Minuten vorbereiten konnten, ist das wohl so gut angekommen, dass man uns gebeten hat, die Veranstaltung Jahr zu wiederholen. Daher gibt es in diesem Jahr die neue und überarbeitete Version (inklusive PowerPoint-Karaoke) - man wird also noch das eine oder andere neue erfahren...

Bei der Lesung geht es diesmal tatsächlich hauptsächlich um die Ordenskrieger und nicht so sehr um die ganze Reihe, aber zu "Kalte Krieger" werden wir natürlich auch etwas sagen.

Moops Over and Out

Dienstag, 5. Mai 2009

Und es geht weiter mit der Fantasy

Moops-Update

Aktuell wird in den Kommentaren zum Blog noch ganz kräftig diskutiert, wer Interesse hat, der schaut am besten mal hier.

Moops Over and Out

Montag, 4. Mai 2009

Der Spiegel und die Fantasy

Nach einigem Warten nun das Preview eines Leserbrief an den Spiegel, den Thomas als Reaktion auf Urs Jennys Artikel zur Fantasy verfaßt hat. Seit zwei Wochen (sprich seit der Veröffentlichung des Artikels im Spiegel vom 20.04.) harrt das Brieflein geduldig seiner Veröffentlichung und seines Versands. Bedauerlicherweise war er unter einem Berg von Text begraben und dieser Umstand konnte erst heute behoben werden.

Moops Over and Out

---

Liebe SPIEGEL-Kulturredaktion,

zunächst sei Ihnen und insbesondere Urs Jenny für Ihren Artikel zum derzeitigen Fantasy-Boom in der Ausgabe vom 20.04. recht herzlich gedankt. Im Gegensatz zu einigen anderen Abhandlungen zu diesem Thema, die in jüngster Zeit andernorts zu lesen waren, zeichnet sich die Arbeit von Herrn Jenny durch eine ungewöhnlich differenzierte Darstellung des Sachverhalts aus.
Beispielsweise verzichtet Herr Jenny darauf, sich in kühne und dieser Tage gern mit Verve vorgetragene Thesen zu versteigen, was eine angebliche Wechselwirkung zwischen Computerspielen und Fantasy anbelangt, sondern nennt zwei sehr naheliegende Faktoren, die die Aufmerksamkeit, die dieses Genres derzeit genießt, zumindest ansatzweise wesentlich besser erklären: den immensen Erfolg der Harry-Potter-Reihe sowie den der Herr der Ringe-Verfilmung. Des Weiteren hat Herr Jenny sich offensichtlich die Mühe gemacht, einmal im Buchhandel nachzuhorchen, inwiefern der vermeintliche Boom diese Bezeichnung überhaupt verdient hat, und er erkennt meiner Meinung nach völlig zutreffend, dass die Akzeptanz von Fantasy aufgrund von veränderten Rahmenbedingungen der literarischen Sozialisation auch eine Art generelle Generationenfrage ist. Anders gesagt gilt hier der alte Sinnspruch vom Bauern, der nur (fr)isst, was er kennt, und es sei auch eingestanden, dass so manche Bauern die ihre Befremdlichkeiten überwinden, bedauerlicherweise an schlechte Köche geraten und sich dergestalt in ihrem ursprünglichen Urteil bestätigt sehen.
Allerdings gibt es einige Punkte, an denen die Argumentation dennoch schwammig respektive unpräzise bleibt. Das mit jedem neuen Teil einer Romanreihe ausbrechende Erwartungsfieber etwa ist beileibe keine Krankheit, unter der ausschließlich Fantasyfans leiden, sondern lässt sich zum Beispiel bei Krimianhängern ebenso leicht beobachten (oder in symptomatisch etwas anders gelagerter Form bei Freunden der Hochliteratur, sobald eine vielversprechende Veröffentlichung eines etablierten Autors ansteht). Ähnlich verhält es sich mit der angeblichen Schwierigkeit, den „unwiderstehlichen Zauber“ der Fantasy „konkreter zu fassen“, da dieser doch so sehr „Gefühlssache“ sei. Auch hier ist der Unterschied zu anderen Genres bestenfalls als graduell zu bezeichnen, es sei denn, man wäre der Auffassung, der empfundene Genuss bei einem Werk von Philip Roth, Günther Grass, Umberto Eco oder Salman Rushdie ließe sich von jeder Emotion restlos entkoppeln und erwachse lediglich und ausschließlich aus nüchternster Ratio.
Nach dieser leisen Kritik will ich nun trotzdem nicht versäumen, noch meine eigenen Vermutungen zu äußern, weshalb Fantasy – ungeachtet dessen, ob sie sich an Erwachsene oder Jugendliche richtet – aktuell einen großen Reiz ausübt. Sie ist im Grunde ein Genre der Schamlosigkeit: Sie schämt sich weder vor unerwarteten Handlungswendungen und Logikbrüchen noch vor Pathos und Aberwitz. Sprachliche Manierismen scheut sie ebenso wenig wie das Überspannen des Glaubwürdigkeitsbogens. Entgegen des Vorwurfs, sie beschwöre eine heile Welt um einer naiven Harmoniesucht willen, beschwört sie dieses Idyll nur, um es letztlich lustvoll zu zerstören und es sich auf seinen rauchenden Trümmern bequem zu machen. Man bedenke: In Tolkiens Mittelerde wird selbst das so heimelige Auenland erst einmal abgebrannt, bevor man es neu begrünen kann. Keine Errettung ohne Bedrohung.
Eine Anmerkung am Rande: Die Fantasyleserschaft ist bei weitem kein monolithischer Block, sondern zerfällt in unzählige Splittergruppen, deren jeweilige Anhänger sich in stundenlangen Debatten ergehen können, welcher Autor denn rein gar nichts von seinem Handwerk versteht, da er zu schwülstig-blumigen Formulierungen neigt (mea culpa, mea maxima culpa), oder welche Welt in sich das stimmigste Gesamtkonzept präsentiert. Dieser Hinweis ist wichtig, da gerade unter den Alteingesessenen eine erkennbare Abneigung gegen Jungspunde grassiert, die bislang nur Meyer oder Rowling gelesen haben. Hinzu kommt, dass sich die Jungspunde in vergleichbaren Auseinandersetzungen untereinander ebenfalls ordentlich Zunder geben. Von echter Harmonie findet man also auch außerhalb der präferierten fiktionalen Welten kaum eine Spur. Was man jedoch vereinzelt aufspürt, sind ob der häufig einseitigen Berichterstattung im Feuilleton verbitterte Einzelkämpfer, die beharrlich nach einem gesteigerten Augenmerk auf ‚anspruchsvolle Fantasy’ schreien (ohne indes klar erläutern zu können, worum es sich dabei jenseits ihrer eigenen, in der Regel recht eng gesetzten Geschmacksgrenzen handeln mag).
Zusammenfassend möchte ich mich ein weiteres Mal für den genannten Artikel bedanken und hoffe, dass die schmählichen zehn Prozent Anteil der Belletristik ausreichen werden, eines der vielseitigsten und lebendigsten Genres am Leben zu erhalten und den SPIEGEL dazu verleiten, womöglich etwas öfters einen Ausflug in diese unbekannten, aufregenden Gefilde zu wagen.

Mit den allerbesten Grüßen,
Thomas Plischke