Montag, 28. September 2009

Stählerne Vorarbeiten und kalte Asche

Derzeit beschäftige ich mich vorrangig damit, kopfüber und so tief wie möglich in die Zerrissenen Reiche einzutauchen, damit der dritte Band (dessen klangvoller Arbeitstitel „Stahl“ lautet) ordentlich gedeiht. Doch wie sieht so ein beherzter Sprung in die Ausgeburten der eigenen Fantasie aus?

Nun, in meinem Fall so, dass ich die ersten beiden Bände intensiv studiere,
um a) mein hauseigenes Glossar auf den neuesten Stand zu bringen (was mir als Listenfanatiker ganz besondere Freude bereitet),
um b) mich selbst wieder an den zugegebenermaßen etwas eigenwilligen Stil zu gewöhnen und
um c) Ausschau nach netten Details – Nebenfiguren, Gegenständen, etc. – zu halten, die man für „Stahl“ wieder aufgreifen könnte (und/oder muss).

Wenn ich damit fertig bin, wird der vorliegende Plot noch einmal auf Herz und Nieren geprüft. Dazu vielleicht nur so viel: „Die Ordenskrieger von Goldberg“ hatte viel von einem Kriegsroman. Bei „Stahl“ soll hingegen erneut das Thriller- und Intrigenelement etwas mehr im Vordergrund stehen – und einer der Handlungsstränge dreht sich daher auch um einen der Verschwörer, den wir bereits kurz im ersten Band kennengelernt haben. Und ja, auch die bereits mehrfach versprochenen Elfen wird es geben, und zwar nicht als Gimmick am Schluss, sondern verhältnismäßig prominent schon ab der Mitte dieses Bandes.

Wem die Wartezeit zwischen Band 2 und 3 zu lang war, den kann ich dahingehend beruhigen, dass ich Band 3 und 4 in einem Rutsch (also direkt hintereinander schreiben werde). Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind die Reiche erstaunlich erfolgreich gestartet, und sowohl der Verlag als auch viele meiner Leser warten dringend auf Nachschub. Zum anderen habe ich mich entschlossen, das vor Urzeiten einmal erwähnte nächste Reihenprojekt „Asche“ zu verschieben. Wieso das?

Um diese Frage zu klären, muss ich ein wenig ausholen. Ich bin seit den Ordenskriegern alles andere als faul gewesen – mit „Kalte Krieger“ und „Lilie“ (wie gemerkt, das letztere ist ebenfalls noch ein Arbeitstitel) habe ich mich etwas in anderen Bereichen der Phantastik ausgetobt. Das musste sein, um zu verhindern, dass ich der Versuchung erliege, jeden Einfall, der mir kommt, irgendwie in die Reiche hineinzwängen zu wollen. Das haben weder meine Helden noch meine Leser verdient, weil dann die Gefahr bestünde, dass wir es am Ende der sieben Bände mit einem echt unansehnlichen Flickenteppich zu tun haben. Insofern sind „Kalte Krieger“ und „Lilie“ ungemein wichtig, da sie gewissermaßen die Reiche vor meinem eigenen Tatendrang schützen. Wenn ich nun eine zweite Reihe – also „Asche“ – anfinge, fielen diese schützenden Bollwerke weg, weil ich mich gezwungen sähe, beide Reihen gleichwertig voranzutreiben. Folglich habe ich mich entschieden, das Modell „eine Hauptreihe und die Hauptreihe dahingehend entlastende Projekte, dass sie spontan aus mir herausbrechende Einfälle auffangen“ beizubehalten, anstatt auf „zwei Hauptreihen ohne entlastende Projekte“ umzusteigen. „Asche“ ist also keineswegs tot, wird aber wahrscheinlich erst in Angriff genommen, sobald die Reiche abgewickelt sind. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass „Asche“ quasi auf die Popularität der Zerrissenen Reiche Rücksicht nehmen muss – und das ist eigentlich nichts, worüber man jammern müsste...

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