Mittwoch, 23. September 2009

Reisebericht (Teil 5): Nächster Halt: Zweibrücken

Eine weitere unserer mutigen Exkursionen führte uns an den äußersten Rand der Pfalz: Von Zweibrücken aus kann man quasi ins Saarland spucken. Der eigentliche Grenzübertritt erfolgte indes in jenem Restaurant, in dem wir mit dem Herrn der Zwerge und den tapferen Streitern von WerkZeugs zum mittäglichen Schmaus verabredet waren. Beim Urinieren erwischte mich eine volle Breitseite postmoderner Verschmelzungstendenzen: populäre ABBA-Stücke in chinesischer Easy-Listening-Instrumentalfassung. Äußerst harntreibend. Ich hoffe nun auf eine baldige Überarbeitung diverser Scooter-Hits unter Einbeziehung karibischer Rhythmik oder Madrigal-Einschlägen.

Markus Heitz erwies sich ebenso wie die gesamte WerkZeugs-Besatzung als gewohnt angenehmer Gesprächspartner. Moment, WerkZeugs? Heißt das etwa ... ? Ja, das heißt, dass es zu meinem Geschreibsel in naher Zukunft den einen oder anderen Merchandising-Artikel geben wird. Nämlich pünktlich zum Erscheinen von „Kalte Krieger“, meiner persönlichen Abrechnung mit dem Superheldengenre in Thrillerform, ganz ohne Capes, aber dafür mit Gedankenmanipulation, tiefgefrorenen Leichen, hassenswerten Sommercamp-Animateuren und jeder Menge mehr oder minder plattgefahrenen Kleintieren.

Zurück zum Treffen: Das Formidable an der Fantasy-Szene ist, dass die meisten ihrer Mitglieder völlig unkompliziert und locker miteinander umgehen, was Erstkontakte in der Regel unheimlich angenehm gestaltet. Da ich nun schon Einblick in einige andere Subkulturen hatte, kann ich glaubhaft versichern, dass dies andernorts alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.
Es war aber nicht alles eitel Sonnenschein auf dieser Fahrt. Welch Schmach, welch Schande – eine meiner großen Ideen wurde mir geraubt. Die Frauenfalle existiert bereits! Bei der Frauenfalle handelt es sich vordergründig um eine Straße, an der sich ein Schuhgeschäft neben das andere reiht. Der Asphalt ist nur Tarnung für eine gewaltige Falltür. Sind die Frauen durch das Schuhwerk in ausreichender Zahl angelockt, geht die Klappe auf. Simpel und teuflisch in seiner schlichten Eleganz zugleich ... und nahe Pirmasens anscheinend schon realisiert. Wie sonst sollte ich mir ein haushohes Plakat am Rand der Bundesstraße erklären, auf dem, so meine ich mich zu erinnern, von einer Million Paar Schuhe auf einer Strecke von drei Kilometern die Rede ist? Die Schlabbefligger sind mir offenbar zuvorgekommen ... Werde mir wohl besser über einen passenden Lockstoff für eine Männerfalle Gedanken machen (kostenlose Bundesligatickets sind zumindest in der näheren Auswahl, und meine gute Fee brachte eben noch eine Million attraktiver, paarungswilliger Frauen auf drei Kilometern ins Gespräch – Teufel, dein Name ist Weib!).

Moops-P.S. So, fast geschafft: Ein Eintrag zur Reise kommt noch und zwar am Samstag!

1 Kommentar:

Maria hat gesagt…

Juhu, Merchandising! Ich freu mich schon! ^^