Mittwoch, 16. September 2009

Reisebericht (Teil 2): Ich bin dann mal sogar zu faul, um weg zu sein

Aus meinem Besuch der Domstadt Speyer (dem nächsten Ziel der Reise) ziehe ich folgende Lehren:

1. Die diesjährige Wespenplage fällt im Süden noch deutlich dramatischer aus als in hanseatischen Gefilden. Ein Schälchen Waldbeerjoghurt und ein Tröpfchen Honig reichen aus, um zum Frühstück Besuch von einem guten Dutzend hungriger Kriegerinnen zu bekommen. (Unter Umständen ein hilfreicher Tipp für Alleinessende, die sich bei anderen Cafébesuchern interessant machen wollen.) Da ich in meinem Leben noch nie bewusst von einer Wespe gestochen worden bin, die Schilderungen über die Auswirkungen eines solchen Vorfalls allerdings zunehmend schmerzverheißender ausfallen, befürchte ich, dass mich bei einem Stich allein schon die Panik umbringen könnte, die von diesen Schauermärchen ausgelöst wird. In Zukunft gilt wahrscheinlich: Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, ein Wespenstich einen Plischke!

2. In Speyer bleiben Brunnen unbeschmutzt, auf denen Sprüchlein zu lesen stehen wie „Deutsche Frauen, deutsche Treue“ oder „Ich hat einen Kameraden, einen bessern findst du nit“.

3. Bevor man in ein Museum stürmt, weil man unglaublich scharf auf eine angepriesene Ausstellung ist, lohnt es sich unbedingt, im Vorfeld trotz aller Begeisterung zunächst zu überprüfen, ob die betreffende Ausstellung überhaupt bereits zu bestaunen ist. Wir wollten uns über Hexen informieren und bekamen letzten Endes doch nur sogenannte Idole (darunter Fotografien von Dieter Bohlen, Victoria Beckham und Angela Merkel) zu sehen. Ungeachtet dessen hatten wir die Gelegenheit, inspirierendes Bildmaterial für ein Projekt zu sammeln, das uns derzeit im Kopf herumschwirrt.

4. Ich habe ohne eigenes Wissen eine erste Station auf dem Jakobsweg angesteuert, wenngleich mit dem Automobil und nicht zu Fuß. Ich trage mich nun mit dem Gedanken, eine Art Wellness-Pilgerfahrt zu organisieren (Teilnehmer müssen entweder einen Maybach, einen italienischen Sportwagen mit einem Wert nicht unter 185.000 Euro oder im Optimalfall einen Privatjet bzw. –helikopter ihr Eigen nennen, um standesgemäßes Reisen und nette Plaudereien über Armut als Krankheit und den dringenden Wunsch nach einer gebotenen Entschleunigung des Lebens in der Postmoderne zu garantieren; Interessenten wenden sich wie immer über meine Verbindungen zu den Bilderbergern an mich).

Moops-P.S. Teil 3 (mit [noch mehr] Stargästen) folgt am Samstag!

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