Freitag, 14. August 2009

Das Kreuz mit der Inspiration - Teil 1

Wie schon mehrfach an dieser Stelle angedeutet, ist das Autorendasein bisweilen ein recht einsames. Einziger Freund: der Rechner. Einzige Ablenkung: die Vorhut der Marienkäferinvasion, die über Norddeutschland hereinbricht.

Gelegentlich muss diese Monotonie aus Tastenklackern und Gängen zum Fenster, um die Kämpfer der genannten Vorhut zurückzuschlagen, unterbrochen werden. Wozu? Abgesehen von Körperpflege und anderen alltäglichen Verrichtungen steht in schöner Regelmäßigkeit etwas auf dem Programm, das nicht aufgeschoben werden kann: die Suche nach Inspiration.

Am ehesten ist dieser Vorgang mit einer Schnitzeljagd zu vergleichen. Der Weltgeist oder wer auch immer legt überall kleine Schnipselchen aus, denen man folgt. Oftmals führen diese Spuren fieserweise ins Nichts – ja, Pavianhintern zum Beispiel sind in der Tat faszinierend, aber es wird schwierig, diese Faszination auf sinnvolle Art in ein Projekt zu integrieren, das außer meiner Wenigkeit noch eine nennenswerte Zahl von Menschen gleichermaßen fesselt. Leider weiß man beim Auffinden eines einzigen Schnipsels noch nicht, ob er zu einer tieferen Auseinandersetzung mit Pavianhintern oder eben doch zu etwas Verwertbarerem führt.

Grundsätzlich lassen sich die Schnipsel in zwei Kategorien unterteilen: die, die auf die man in fiktionalen Welten stößt (Kategorie A), und die, die über die sogenannte echte Welt verstreut sind (Kategorie B). Unlängst unternahmen wir einen Ausflug, um nach Vertretern von Kategorie B zu suchen – und wir wurden fündig. Getrieben von der Aussicht, in Mecklenburg-Vorpommern einen südamerikanischen Laufvogel in freier Wildbahn zu beobachten, haben wir eine Expedition unternommen, die uns in bislang unbekannte Gefilde führte. Und wir haben sie gesehen: Nandus mit ihren Jungen. Das hatte etwas von Jurassic Park, und nun frage ich mich, welche anderen Exoten sich hierzulande gut machen würden. Ganz oben stehen auf meiner Liste derzeit: Amur-Leoparden, Elefanten (gekoppelt mit meinem irrsinnigen Plan, ungefähr hundegroße Rüsselträger zu züchten, die sich als Haustiere eigneten), Zebras, Giraffen und Paradiesvögel.

Was hat die kurze Inspirationsreise gebracht bzw. führte die Schnitzeljagd wieder nur zu einem Pavianhintern in fedriger Nandutarnung? Wahrscheinlich nicht, denn erstens lohnt es sich immer, Tiere in ihrem … hüstel … natürlichen Habitat zu beobachten, und zweitens reifen fröhlich die einen oder anderen Gedanken zu designtem Leben sowie ungewöhnlichen Landschaften, die sich auch von Figuren ausgezeichnet durchstreifen ließen.

Ähnlich ergiebig war ein etwas länger zurückliegender Ausflug nach Lübeck, wo sich zeigte, dass Kirchenorgeln generell unterschätzt werden, was ihre Zündkraft für gruselig-absurde Ideen angeht. Und nein, ich meine nicht den Klang, ich spreche allein von ihrer äußeren Erscheinung. Soviel zur Kategorie B. Später mehr zur Kategorie A…

Moops-P.S. Teil 2 folgt am Montag.

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