Mittwoch, 25. Februar 2009

We Hate It When Our Friends Become Successful

... ist einer der wenigen Songtitel des von mir ansonsten durchaus geschätzten Morrissey, denen ich in ihrer Grundaussage nicht uneingeschränkt zustimmen kann. Üblicherweise erfüllt es mein Herz nämlich mit stiller Freude, wenn es jemand aus dem Kreise meiner Lieben schafft, bemerkenswerte Erfolge für sich zu verbuchen. Marko Djurdjevic ist so ein Fall.
Ich kenne Marko seit 1998. Damals hatte er noch metalgerechtes Haar („Ich habe nichts gegen lange Haare, aber gepflegt sollten sie sein.“), eine metalgerechte Grundeinstellung zum menschlichen Dasein („Wir stecken alle in einem knallharten Überlebenskampf, der nur mit Hammer und Stahl gewonnen werden kann.“) sowie ein metalgerechtes Auftreten („Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“) Entsprungen war er der rheinland-pfälzischen Provinz, wo die Menschen um einen herum sich nun nicht zwingend als Optimismusgranaten herausstellen, wenn man ihnen eröffnet, dass man seine Brötchen später gerne im künstlerisch-kreativen Bereich verdienen will.
Mittlerweile ist Marko glücklicher Familienvater (mit hinreißender Gattin und ebenso hinreißendem Sohn) und der derzeit einzige deutsche Comic-Künstler, der es mit seinen Werken bis zum US-Branchenprimus Marvel gebracht hat. Sein Haar ist kürzer, seine Grundeinstellung milder und sein Auftreten absolut ursympathisch. So etwas macht einem insofern Hoffnung, als dass Erfolg einen Freund nicht zwangsläufig zu einem überkandidelten, selbstverliebten Egomanen mutieren lässt. An dieser Stelle lasse ich ihn und so ein paar Journalisten mal selbst zu Wort kommen:



Warum bezeichne ich Marko überhaupt frisch und frei von der Leber weg als Freund? Diese Frage beantwortet ein rascher Griff ins Anekdotenkästchen: Als ich angesichts einer etwas überhasteten Trennung Hilfe brauchte, um meine Siebensachen (oder eher Siebentausendfünfhundersachen) möglichst schnell aus meiner bisherigen in eine Übergangsbleibe zu schaffen, machte Marko sich nach kurzem Anruf sofort auf den Weg zu mir – bei regnerischem Wetter und mit 39° Fieber. So was vergisst man nicht…

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