Dienstag, 17. Februar 2009

Von Katapulten und lehrertauglichen Galliern

Es ist Zeit, ein Geständnis abzulegen und das Schweigen zu brechen. Ich mochte als Junge Knight Rider. Schön, das ist nun nicht ganz so spektakulär wie andere Enttarnungen der jüngeren Zeit, doch ich bin zu jung, um der Verlockung eines Eintritts in die eine oder andere Organisation eines totalitären Unrechtsregimes erlegen zu sein. In Sachen Knight Rider kann ich allerdings noch eine Schippe drauflegen: Ich besaß einen Roman zur Serie, den ich tatsächlich gelesen habe. Mit großer Begeisterung und einigem Vergnügen, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht.
Insofern ist mein Verhältnis zu einem putzigen Spielchens namens Pain, bei dem man allerlei skurrile Figuren mittels eines Katapults durch die Gegend schießt, um sowohl bei den Abgefeuerten als auch der Umgebung möglichst viel Schaden anzurichten, etwas zwiespältig. Wieso? Weil zu besagten skurrilen Figuren mittlerweile auch eine animierte Ausgabe von David Hasselhoff gehört. Zugegeben, der Mann hat Fehler gemacht (wie etwa Baywatch oder die Sache mit dem „Ich-versuche-eben-mal-im-Vollsuff-einen-Cheeseburger-vom-Boden-zu-essen-und-gebe-dabei-ein-echt-jämmerliches-Bild-ab“), doch wenn wir durchgängig derart strenge Maßstäbe anlegen, wäre kein Held meiner Jugend vor einer ähnlichen Behandlung sicher.
Sei’s drum. Womöglich rege ich mich nur zu sehr auf. Es ist davon auszugehen, dass Mr. Hasselhoff ein nicht unbeträchtliches Schmerzensgeld erhalten hat. Also munter das Katapult gespannt und drauflos geballert!
Ein gewisses Gefühl der Befriedigung indes verspüre ich angesichts der nun auch auf Deutsch erschienen Lebensbeichte des Asterix-Zeichners Uderzo. Mir war der ganze Rummel um den kleinwüchsigen Gallier schon immer suspekt. Ein Comic, das einem selbst Lateinlehrer mit leuchtenden Augen empfehlen, wirkt insgesamt so verführerisch wie ein Weingeheimtipp aus dem Munde eines Vollabstinenzlers. Jedenfalls outet sich Uderzo offenkundig als reaktionärer Knochen, womit sich – zumindest in meinem persönlichen Fall – der Kreis zum eben erwähnten Lateinlehrer völlig lückenlos schließt. Andererseits kann man von jemandem, der eine tote Sprache unterrichtet – es komme mir bitte niemand mit irgendwelchen rumänischen Dörfern oder einer immens hohen Verbreitung in bestimmten Fachjargons –, gewiss keine bedingungslose Zukunftsorientiertheit erwarten. Traurig, aber wahrscheinlich verhältnismäßig wahr…

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