Freitag, 26. Februar 2010

Untoter Freitag: Resident Evil & Dead Rising

Heute möchte ich mich mal einem Bereich widmen, den ich bislang sträflich vernachlässigt habe, obwohl Zombies dort schon recht lange ihr Unwesen treiben: Die Rede ist vom Videospiel.

Es steht zu befürchten, dass mehr Menschen die Verfilmungen zu Resident Evil als die Vorlage selbst gesehen haben. Das ist insofern bedauerlich, als die drei Streifen den Wahnwitz der Videospielreihe nur sehr bedingt eingefangen haben (richtig wahnwitzig kam mir persönlich im ersten Film nur die Größe der Brustwarzen von Milla Jovovich vor, doch das nur am Rande). Andererseits ist es auch irgendwie unfair, dem Medium Film vorzuwerfen, es scheitere daran, das Gefühl eines Survival Horror-Spiels für einen Zuschauer nachzuzeichnen, der brav in seinem Sessel sitzt, Popcorn mampft, mit Eiskonfekt herumkleckert und zwischendurch eben noch schnell einen total dringenden Handyanruf seines Kumpels in Empfang nehmen muss.

Seit dem Erscheinen des ersten Teils der Reihe 1996 ist kaum ein Jahr verstrichen, in dem nicht ein Spiel auf den Markt gekommen wäre, das den Kampf gegen die üblen Machenschaften der fiesen Umbrella Corporation zum Inhalt hat. Besagter Konzern hat an etwas geforscht, was immer in die Hose gehen muss: der Entwicklung von Supersoldaten. Die dafür angestellten Genexperimente sind leider ein klitzekleines bisschen außer Kontrolle geraten und liefern anstelle der gewünschten Krieger für das Schlachtfeld von morgen allerlei zombieartige Monsterkreaturen. Einen weiteren Versuch, die Handlung der verschiedenen Teile zusammenzufassen, erspare ich uns allen. Vielleicht nur so viel: Moderne japanische Erzähltraditionen pfeifen offensichtlich auf derlei banale Dinge wie eine mühelos nachvollziehbare Chronologie und setzen lieber auf einen wirren Knoten aus Prequels, leicht zeitversetzt zu anderen Teilen ablaufenden Sequels, Sprüngen zu Nebenhandlungsschauplätzen und vielen anderen Techniken mehr, die einem leicht die Birne platzen lassen, wenn man an sie mit starren, westlichen Erwartungshaltungen herangeht. Da ist es ein echter Hoffnungsschimmer, dass man für Resident Evil 6 über einen kompletten Franchise-Reboot nachdenkt.

Gleichzeitig ist es aber auch diese Unübersichtlichkeit, die einen großen Reiz ausübt, denn mit etwas Abstand betrachtet handelt es sich bei Resident Evil eigentlich um eine Art Zombie-Survival-Horror-Soap, bei der das handelnde Personal sich mittlerweile aus guten alten Bekannten und gelegentlichen Neueinsteigern zusammensetzt, die eine Weile herumspuken und dann wieder verschwinden, wenn die Fans sie allzu doof finden (ja, wie bei GZSZ oder in der Lindenstraße eben).

Meine persönlichen Highlights in Resident Evil sind und bleiben allerdings unangefochten die Zombie-Dobermänner, die immer wieder auftauchen – jawohl, ich bin ein Hundefreund!

Zu den frühen Veröffentlichungen für die Xbox 360 zählt ein Spiel, das insgesamt sehr viel zugänglicher daherkommt als die Resident Evil-Reihe: Dead Rising. In Deutschland ist das Teil übrigens einer Beschlagnahmung durch die Staatsgewalt zum Opfer gefallen und darf weder verkauft noch beworben werden, der Privatgebrauch sowie -besitz ist allerdings nach wie vor legal. Selbstverständlich ist das Spiel, bei dem man einen Fotojournalisten durch ein von Zombies überranntes Einkaufszentrum steuert, an vielen Stellen ein einziger Gewaltexzess, doch ich vermute, dass sich die Empörung der Zensurorgane nicht ausschließlich an Kettensägenschnetzeleien und Ähnlichem entzündet hat. Das menschenverachtendste Instrument, das einem als Spieler zur Verfügung steht, ist vielmehr die Kamera der Hauptfigur: Schnappschüsse werden nämlich belohnt – und je drastischer oder erschütternder die eingefangene Szene, desto größer fällt in der Regel die Belohnung aus. Als wohlmeinender Medientheoretiker könnte man das als bitterbösen Seitenhieb auf das grundsätzlich gegebene voyeuristische Element einer jeden audiovisuellen Katastrophenberichterstattung verstehen – man kann es natürlich genauso gut schlicht geschmacklos finden (wobei es selbstverständlich zu begrüßen wäre, wenn sich jeder mündige Bürger darüber selbst anhand eigener Erfahrungen mit dem Stein des Anstoßes ein Urteil bilden dürfte, wenn ihm danach ist).

Kommentare:

Tom hat gesagt…

Dann erwähn' aber bitte auch die Gegenseite - und eines der amüsantesten Zombie-Spiele überhaupt:

"Stubbs the Zombie - Rebel without a pulse"

Endlich Zombie sein - und das auch noch cool. Ist zwar schon von 2005, macht aber sogar heute noch Spaß, für eine gelegentliche Runde.

http://www.youtube.com/watch?v=3N7AW6BqWrw

Ole hat gesagt…

Da gibt's ja noch ein paar Spiel zu erwähnen, aber wir haben uns erstmal nur zwei geschnappt. Die anderen folgen dann noch ^^

Beste Grüße, Ole