Samstag, 20. Dezember 2008

Was würdest du tun, wenn du Gedanken lesen könntest?

In dem Thriller, an dem ich derzeit sitze und den ich im Lauf der nächsten Wochen zusammen mit Ole und freundlichen Lektoren in seine endgültige Form schlage, lauten die Antwortmöglichkeiten auf diese Frage:
a) Ich würde versuchen, irgendwo unterzutauchen, um nicht von den Agenten eines geheimen Regierungsprogramms rekrutiert zu werden.
b) Ich würde unter Umständen einfach den Verstand verlieren.
c) Ich würde eventuell beide der obengenannten Optionen wahrnehmen.

Nüchtern betrachtet quillt gerade ein Superheldenroman aus mir heraus, der auf Capes (deren Nachteile im praktischen Einsatz mittlerweile hinlänglich bekannt sein dürften) und Spinnenbisse (aber dennoch nicht ganz auf Krabbelviecher) verzichtet. Im Austausch dafür gibt es reichlich (Psycho-)Thrillerelemente, ein Sommercamp und eine tiefgefrorene Frauenleiche.
Selbige stellt einen Psychotherapeuten, der nebenbei ein wenig Opferbetreuung für die Polizei betreibt, sowie dessen neue Praktikantin, der ihr Chef reichlich ungewöhnlich vorkommt, vor ein gewisses Rätsel. Portland mag die höchste Kriminalitätsrate aller Städte im US-Bundesstaat Maine aufweisen, doch Mordfälle sind trotzdem eher selten – und solche, bei denen sich weder das Motiv noch der genaue Tathergang noch die Identität des Opfers eher rasch ermitteln, sind noch seltener.
Wie gut, dass es einen zweiten Handlungsstrang gibt, der ein Mädchen bei seiner Reise in die Hölle (also das erwähnte Sommercamp) begleitet, wo rund zehn Jahre vor dem Mord beileibe nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint.

Weshalb schreibe ich dieses Buch?
1. Weil ich Superhelden schon immer mochte.
2. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass sich mit Menschen mit besonderen Begabungen wie etwa der Befähigung, die Erinnerungen anderer Personen zu manipulieren oder das eigene Bewusstsein aus dem Körper herauszulösen, sehr spannende Geschichten erzählen lassen.
3. Weil ich endlich meine Kindheitserfahrungen im Zuge einer mehrwöchigen Stadtranderholung literarisch verarbeiten kann.

Worauf ich dabei keinen Wert lege:
1. Durch allzu verschwurbelte Verschwörungstheorien den Anschein zu erwecken, die Ereignisse in diesem Buch seien mehr als pure Fiktion (ein paar nette Anekdötchen zum Thema "Psychotronikforschung" aus jener Welt zu verbreiten, die gemeinhin unsere Wirklichkeit genannt wird, gestatte ich mir dennoch).
2. Ein Herumhüpfen in unzähligen Erzählperspektiven (deren zwei müssen genügen, um meinen Plot zu tragen).
3. Verwirrende Handlungsstränge einzubauen, in denen ein niedlicher Japaner durch die Zeit reisen muss, um die Welt zu retten (Einzelschicksale liegen mir nun einmal näher am Herzen).

So, und nun muss ich zurück zu einer Schlüsselszene, im Zuge derer der geneigte Leser einen kurzen Einblick in die Weltsicht eines der Antagonisten erhalten wird…

Moops-P.S. Am Rande sei erwähnt, dass dieses Projekt schon ein ganzes Weilchen in uns gereift ist (sprich schon vor dem Erscheinen gewisser Serien) und unter anderem Google Earth des öfteren bemüht.

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