Dienstag, 28. Oktober 2008

Lesen in der Einkaufspassage – geht das?

Ja. Habe ich gestern gemacht. Oder präziser: Ja, ich habe gestern andere Menschen mit meinem Geschreibsel belästigt. Freundlicherweise wurden mir hierzu eine Bühne und ein Mikrofon zur Verfügung gestellt.
Und eine ganz bezaubernde Assistentin namens Isabelle, die mir den Aufenthalt im Tempel des Konsums erheblich versüßt hat.
Die versprochenen Sportstars gab es nicht, dafür draußen aber regnerisches Wetter sowie drinnen absolutes Rauchverbot und keinen Tabakwarenladen. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Herren Sportler dann doch zu fein waren, sich gemeinsam mit heruntergekommenem Gesindel wie Autoren in der breiten Öffentlichkeit für eine gute Sache zum Affen zu machen, hätte ich eigentlich nicht aus meinem Fußballverschwörungskrimi lesen müssen. Andererseits wäre ich bei einem solchen Verzicht nicht zu der Erkenntnis gelangt, dass Worte wie ‚Schwanz’ und ‚pissen’ selbst nach Frau Roches Büchlein noch immer eine gewisse Schockwirkung besitzen, wenn man sie nur laut genug ausspricht (erwähnte ich das Mikrofon?). Gut, es ist weder jemand in Ohnmacht gefallen noch gab es entsetzte Schreie oder empfindsame Seelen, die sich nach der Nennung dieser Schmuddelwörter die Ohren blutig gekratzt hätten. Aber kurzes Zusammenzucken und verstohlene Blicke nach allen Seiten hin, das gab es beides sehr wohl. Falls sich mir eine vergleichbare Gelegenheit demnächst noch einmal bietet, lese ich meine Kurzgeschichte „Fickpisse“ und schaue, was passiert. Wäre doch gelacht, wenn ich es nicht schaffe, mal irgendwo hinausgeworfen zu werden…
Nun zu erfreulicheren Dingen: Wir haben fleißig an einem Trailer für die Zwerge gebastelt, der bald online gehen wird. Überdies trudeln nach und nach die ersten Rezensionen zum Buch ein, und ich muss sagen, dass es schön ist, wenn dort Begriffe wie „Parabel“ verwendet werden, die man selbst aus wahrscheinlich falscher Bescheidenheit selbst nie über die Lippen gebracht bzw. in die Tastatur getippt hätte. Das fühlt sich sehr, sehr gut an – ungefähr so, wie dass der neue Hamburger Tatort doch nicht so bahnbrechend ist, wie es das Feuilleton behauptet hat.

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